Verfrühungsvlies – ein wichtiger Helfer

Kirchgatterer Unkrautvlies

Wir starten im Salzkammergut etwas später in die Gemüsesaison als in den fönbegünstigten Gebieten wie Eferding, Machland oder Tirol.

So setzen wir unsere ersten Pflanzen etwa in der Kalenderwoche 12 (Mitte/Ende März) ins Freiland, während in anderen Gebieten schon zirka in der Woche 9 (Anfang März) damit begonnen wird. Aber egal in welchem Gemüsegebiet in Österreich, das Verfrühungsvlies hat im modernen Gemüsebau einen fixen Platz auf den Feldern.

Das Vlies

Dieses Vlies besteht meist aus 100% Polypropylen, ist UV-stabilisiert, atmungsaktiv und witterungsbeständig. Es gibt viele unterschiedliche Gewebestärken, die je nach Einsatzzweck gewählt werden müssen. Im Optimalfall verwenden wir diese „Gemüseschutzdecken“ über mehrere Jahre.

Wir decken neben den ersten beiden Sätzen Salat, Kohlrabi, Brokkoli, Karfiol und Kraut auch die frühen Kartoffelsorten und die Gemüsepflanzen, die wir unseren Folienhäusern schon etwa Ende Jänner setzen, mit dem Vlies ab.

Es werden die Pflanzen gesetzt, mit Wasser gegossen und unmittelbar danach abgedeckt.

Die Vorteile

Durch das Mikroklima, das unter dem Vlies herrscht, finden die jungen Pflanzen optimalere Wachstumsbedingungen vor als ohne „Haube“.

Der Einsatz von Verfrühungsvlies kann die Ernte bis zu 14 Tage verfrühen. Weiters ist ein wichtiger Aspekt für das Einhüllen der Pflanzen eine gewisser Frostschutz. So können Kulturen gegen Spätfröste relativ gut geschützt werden.

Die Nachteile

Es gibt jedoch auch Nachteile: Beispielsweise hatten wir schon öfter das Problem, dass das Vlies nach schweren Regenfällen für die Pflanzen zu einer gewichtsmäßigen Überforderung führte und diese dann flach auf den Boden gedrückt wurden, was unseren Schützlingen gar nicht gefiel.

Weiters kann es bei viel Wind auch zum Abscheuern, Verletzen und auch zu Deformationen der Pflanzen bzw. des Erntegutes kommen. In der Regel sind diese Schäden jedoch überschaubar.

Wir nehmen unsere Vliese ab etwa Anfang/Mitte Mai wieder von den nun schon schönen und großen Pflanzen ab. Um Strahlungsschäden durch die Sonne zu vermeiden, machen wir das immer frühmorgens oder abends. Bei Fragen stehe ich euch gerne zur Verfügung.

Euer Michael Kirchgatterer

Michael Kirchgatterer

Michael Kirchgatterer

Michael betreibt mit seiner Familie den auf Gemüseanbau spezialisierten Betrieb. Es werden 50 verschiedene Gemüsearten in über 100 Variationen produziert. Von Feldgemüse über Fruchtgemüse bis zu Feingemüse und Kartoffeln wird hier alles für die Direktvermarktung angebaut. Außerdem werden diverse Speiseöle direkt am Hof hergestellt
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