Tomaten – unsere Paradiesfrüchte

Tomaten Titelbild

Nun beginnt sie wieder, die Zeit des absoluten Lieblingsgemüses der Österreicherinnen und Österreicher! Pro Kopf werden in Österreich jährlich etwa 30,3 kg dieser leckeren roten „Früchte“ verzehrt. Da ist es ja fast klar, dass die Tomate auch auf unserem Betrieb eine absolute Sonderstellung eingenommen hat. Sie ist mit Abstand die Arbeitsintensivste, da es für keinen Arbeitsschritt eine Maschine gibt und in der Vermarktung die Wichtigste in unserem Sortiment.

Die Jungpflanzenanzucht

Die Jungpflanzenanzucht unserer Tomatenpflanzen überlassen wir Profis. Denn einwandfreies Pflanzgut ist der Grundstein für eine gesunde, reichtragende Tomatenstaude. Wir kaufen ausschließlich „veredelte“ Jungpflanzen. Das heißt, dass die gewollte (Edel-)Sorte (nach Geschmack, Form und Farbe) auf eine robuste Wildsorte „aufgepfälzt“ wird. Diese ist meist weniger ertragreich und schmeckt oft auch nicht so gut. Dafür ist sie sehr widerstandsfähig gegen verschiedene Krankheiten und Wurzelschädlinge. So werden die Eigenschaften beider Sorten optimal kombiniert.

Der Anbau beginnt bereits im Jänner. Die jungen Pflanzen wachsen nun bis zu einer Höhe von etwa 15 cm heran. Nun erfolgt die Veredelung auf die Wildsorte in einem speziellen Verfahren. Dies erfordert viel Können und Erfahrung. Wir lassen dies von der Firma Gernert in Deutschland machen und bekommen hier immer sehr schöne Pflanzen geliefert.

Das Pflanzen per Hand

Vorbereitung in den Folienhäusern

Meist in der KW 16 bekommen wir unsere Tomatenschützlinge im Karton per LKW geliefert. Zu diesem Zeitpunkt sind unsere Folienhäuser schon setzfertig vorbereitet. Das heißt, wir streuen neben Kuhmist (vom Texterrinderzüchter aus Ohlsdorf) auch Raps- oder Leinschrotpellets (ein Nebenprodukt unserer Ölmühle) in unsere Folienhäuser und arbeiten den Dünger dann ein. Danach lassen wir nochmal das nicht erwünschte Unkraut ankeimen, eher wir mit der Kreiselegge den Boden einebnen und für die Pflanzung vorbereiten.

Die Bewässerung

Zu allererst werden die Reihen vermessen und die Tropfschlauchbewässerung im richtigen Abstand ausgelegt. Tomaten mögen kein Wasser von oben (dies fördert den Krankheitsdruck), deshalb bewässern wir nur direkt zur Wurzel über diese Tropfschläuche. Damit wird auch kontinuierlich Dünger (im Wechsel mit kalium– und calziumbetonten, flüssigen Nährstoffmischungen) zugemischt, um die Pflanzen optimal zu versorgen.

Händisch pflanzen

Nun werden die jährlich etwa 1000 Stück und ca. 13 verschiedenen Sorten per Hand im Abstand von etwa 40-45 cm gepflanzt. Auf unserem Betrieb ist dafür Claudia zuständig. Mit viel Liebe und Sorgfalt wird jede Pflanze schon beim Setzen umsorgt. Dazu gehört neben dem guten Zureden auch das „Tauchen“ in eine Mischung aus Mikroorganismen und Wasser.

Die Aufleitungsschnüre

Sofort nach der Pflanzung werden auf einem in etwa drei Meter Höhe gespannten Draht die Aufleitungsschnüre angebracht. Jetzt sollte bloß kein Wind auffrischen – denn 1000 verhederte Schnüre sind nicht lustig…. Diese Schnüre bestehen aus Bast und werden ganz unten an der Pflanze mit einem „Tomatenklipp“ aus Maisstärke angebracht.

Aufbinden & Ausgeizen

So die Grundarbeit wäre nun erledigt. Bis aber die ersten Früchte geerntet werden können ist nun viel Pflege nötig.
Die Pflanzen müssen ständig weiter aufgebunden und „ausgegeizt“ werden. Dabei werden immer wieder Tomatenklipps an der Schnur befestigt und um die Pflanze herum gedreht, damit sie schön gerade hinauf wachsen kann. Weiters werden alle Geiztriebe (Seitentriebe die aus den Blattachseln wachsen), überschüssige und kaputte Blätter oder eventuell schlechte Früchte entfernt. Es wird mehrmals am Tag automatisch bewässert und von Zeit zu Zeit eventuell aufwachsendes Unkraut entfernt. So erhalten wir eine starke, gesunde, eintriebige Tomatenpflanze.

Hummeleinsatz - kleine Helfer mit großer Wirkung

Für die optimale Bestäubung setzen wir Hummelvölker ein. Diese Völker erwerben wir von der Firma „Biohelp“ mit Sitz in Wien. Da diese Blüte geschlossen ist, kann eine Biene oder ein anderes Insekt nur schwer zu den Pollen gelangen – entsprechend schlecht können sie die Blüten bestäuben. Die Hummel hat hierzu eine eigene Technik und „kitzelt“ die Pollen aus den Blüten heraus.

Weitere Vorteile der Hummel sind:

  • Sie ist extrem fleißig und arbeitet auch schon bei Temperaturen ab etwa 10°C – wo andere Insekten noch nicht so aktiv sind
  • Sie kann KEINEN Bienentanz und ist somit sehr standorttreu. Es ist einer Hummel nicht möglich, ihren Kollegen mitzuteilen, wo ein eventuell reichtragendes Rapsfeld in der Nähe ist
  • Sie ist nicht aggressiv – zu Stichen oder Bissen kommt es nur selten.

Der Hummeleinsatz bringt uns (lt. Literatur) bis zu 30% mehr Ertrag!

Tomatenvielfalt

Etwa ab Anfang Juli werden dann die ersten Früchte reif. Wir ernten die roten, gelben, orangen oder braunen Paradeiser meist erst vollreif, was für einen guten Geschmack sehr wichtig ist. Neben den eher weicheren Fleischtomaten haben wir auch verschiedene Cocktailtypen, Eiertomaten und auch die ganz normalen Salattomaten.

Geerntet wird alle zwei Tage per Hand. Danach werden die Tomaten noch gewaschen und kommen direkt in den Verkauf.

Falls ihr noch Fragen zu unseren Tomaten habt, könnt ihr euch gerne bei mir melden.

Euer Michael Kirchgatterer

Michael Kirchgatterer

Michael Kirchgatterer

Michael betreibt mit seiner Familie den auf Gemüseanbau spezialisierten Betrieb. Es werden 50 verschiedene Gemüsearten in über 100 Variationen produziert. Von Feldgemüse über Fruchtgemüse bis zu Feingemüse und Kartoffeln wird hier alles für die Direktvermarktung angebaut. Außerdem werden diverse Speiseöle direkt am Hof hergestellt
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