Hofschlachtung

Eine artgerechte Haltung und die Herkunft von Fleisch sind mittlerweile vielen Kunden wichtig. Aber auch das Bewusstsein für eine stressfreie Schlachtung wächst zum Glück immer mehr.

Die Schlachtung ist ein wesentlicher Faktor der Direktvermarktung und trägt einen großen Teil zur Qualität des Fleisches bei. Früher fanden in beinahe jeder Bauernfamilie Hausschlachtungen statt, heute unterliegt so eine Schlachtung am eigenen Hof vieler Vorschriften und die Auflagen für Hausschlachtungen sind enorm. Wir schlachten bereits seit über 25 Jahren bei uns am Hof, denn wenn man Fleisch in bester Qualität anbieten möchte, gehört eine stressfreie Hofschlachtung für uns einfach dazu. Haben unsere Schweine Größe, Gewicht und Alter erreicht, werden sie für die Schlachtung bestimmt. Sie werden ohne lange Wartezeit, ohne jeglichen Transport, in bekannter Umgebung von Menschen denen sie tagtäglich begegnen, stressfrei und schonend elektrisch betäubt und geschlachtet. 

 

Hofschlachtung

Um am Hof schlachten zu dürfen, müssen zahlreiche Auflagen erfüllt werden. In Österreich müssen Tiere u.a. lebendig für die Schlachtung in den Schlachtraum gebracht werden. Eine Hofschlachtung ist daher nur möglich, wenn der Bauer einen eigenen Schlachtraum am Hof hat, was für den Bauern eine große Investition bedeutet. Wir mussten beim EU-Beitritt einen komplett neuen Schlachtraum bauen, der den EU-Richtlinien entspricht. Des Weiteren muss man den Kurs „Sachkundenachweis für Schlachtung“ beim LFI absolvieren, um zur fachgerechten Schlachtung der eigenen Tiere befähigt zu werden.

Vorbereitungen

Einige Stunden vor der Schlachtung werden die ausgewählten Schweine bei uns am Hof in einen separaten Wartestall gebracht, welcher nur wenige Meter vom eigens eingerichteten Schlachtraum entfernt ist. Der Tierarzt muss bei jeder Schlachtung eine Lebendtierbeschau durchführen, um Krankheiten oder Anomalien beim zu schlachtenden Schwein ausschließen zu können. 

Bereits der Weg zum Wartestall steht unter dem Motto „stressfrei“. Josef oder Florian holen die Schweine in ihrem Aufzuchtstall ab und begleiten sie in Ruhe zum Wartestall, wo bereits organisches Spielzeug auf die Tiere wartet. Wichtig hierbei  ist auch, dass die Schweine von einer ihnen bekannten Person / Bezugsperson begleitet werden, um keinerlei Unruhe hervorzurufen. Die Tiere kennen ihre Besitzer, sehen diese tagtäglich und sind somit keinem Stress durch fremde Personen ausgesetzt.

Nach einigen Stunden Ruhezeit im Wartestall werden die Schweine einzeln von Josef in den Schlachtraum geführt, wo bereits alle Vorbereitungen für die Schlachtung getroffen wurden und Florian wartet um die Tiere in Empfang zu nehmen.

Die Betäubung

Wenn Josef die Sau in den angrenzenden Schlachtraum führt, wartet Florian bereits mit der elektrischen Betäubungszange. Es ist uns besonders wichtig, dass hier Ruhe herrscht um weder Tier noch Mensch in Aufruhr zu versetzen. Im richtigen Moment setzt Florian die Betäubungszange am Kopf hinter den Ohren an, sodass der Strom das Gehirn durchströmt und betäubt somit das Schwein. Im Augenblick des Kontaktes mit der Zange verliert das Schwein das Bewusstsein. Wir haben diese Form der Betäubung mittels elektrischer Betäubungszange gewählt, weil uns diese Art am sichersten erscheint.

Die Schlachtung

Unmittelbar nachdem das Tier betäubt wurde und sichergestellt ist, dass es keinerlei Empfindungen hat, wird der Sau die Hauptschlagader durchtrennt. Auf den Hinterbeinen aufgehängt, kann das Schwein nun vollständig ausbluten. All diese Vorgänge laufen ruhig und fachmännisch ab. Florian und Josef arbeiten Hand in Hand und jeder Arbeitsschritt sitzt. 

Im Anschluss

Direkt danach werden die Schweine in der Enthaarungsmaschine „entborstet“, händisch nachgeputzt, gewaschen, zerteilt, die inneren Organe entfernt und in den Kühlraum gehängt. Noch am Tag der Schlachtung kommt der Tierarzt, kontrolliert das Fleisch und nimmt Proben. Diese werden zur mikrobiologischen Untersuchung in ein Labor geschickt und jede Probe auf Trichinenfreiheit geprüft. Erst wenn der Tierarzt seinen Tauglichkeitsstempel an den einzelnen Teilstücken der Tiere angebracht hat, sind diese für die Weiterverarbeitung freigegeben.

Bei uns wird montags geschlachtet und donnerstags zerlegt und weiterverarbeitet. In dieser Zeit findet die wichtige Reifung des Fleisches statt. Es werden zwischen 3 und 5 Schweine geschlachtet bei einem Gewicht von ca. 110-120 kg und einem Alter von ca. 8-9 Monate. 

Wir möchten das Thema einer stressfreien Schlachtung gerne sensibilisieren und noch mehr ins Bewusstsein der Kunden rücken, daher haben wir uns entschieden, dieses Thema hier aufzugreifen und ehrliche Einblicke in unsere Hofschlachtungen zu geben. Solltet ihr noch Fragen dazu haben, könnt ihr euch natürlich gerne bei uns melden.

Eure Fam. Reisenberger

Christine & Florian Reisenberger

Christine & Florian Reisenberger

Christine und Florian arbeiten beide am elterlichen Betrieb mit, Christine Teilzeit und Florian Vollzeit. Der bäuerliche Familienbetrieb ist seit Generationen gewachsen und in der heutigen Form ein sehr innovativer Schweinemastbetrieb mit Direktvermarktung. Sie haben sich zum Ziel gesetzt, für ihre Kunden die Produktion von Schweinefleisch bis zum fertigen Lebensmittel transparent darzustellen.
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4 Gedanken zu „Stressfreie Hofschlachtung“

  1. Ich finde das toll, dass die Tiere nicht transportiert werden müssen und direkt am Hof geschlachtet wird.
    Kann man bei euch auch 1/4 Schwein zerlegt kaufen? Habe zwar im Moment noch genügend Fleisch, aber würde in Zukunft gerne bei Euch kaufen.
    MfG
    Gabriela Fichtinger
    Rittham, Ohlsdorf

    Antworten
    • Liebe Gabriela! Vielen Dank für deine Nachricht. 1/4 ist etwas schwierig wegen der Aufteilung. Aber sobald es spruchreif wird, setz dich bitte einfach direkt mit Christine und Florian unter der Tel. 069910698905 in Verbindung, sie finden bestimmt eine Lösung für dich 🙂 LG

      Antworten
  2. Wichtige Aufklärungsarbeit! Danke für die Infos – ich konnte mir von den Vorgängen und dem Umgang mit euren Tieren ein sehr gutes Bild machen!

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