Schnapsbrennen nach dem Maria Theresien Brennrecht

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Seit über 50 Jahren erfüllt im Winter regelmäßig ein angenehmer Geruch die Luft bei uns am Hof – es ist Zeit, die Maische zu verarbeiten und in hochprozentige Köstlichkeiten zu verwandeln.

Brennmeister Karl Pühringer

Leidenschaft seit über 50 Jahren

Die Kunst der Obstverwertung beherrscht Rolands Vater, Brennmeister Karl Pühringer, nach so vielen Jahren hervorragend. Das beweisen die zahlreichen Auszeichnungen beim „Goldenen Stamperl“, die er bereits gewonnen hat. „Man lernt aber nie aus“ sagt er selbst. „Die Frucht muss man erst riechen, dann schmecken.“ – das ist die Grundregel.

So entsteht Qualität

Der perfekte Edelbrand ist nicht nur von der Qualität der Früchte, den Sonnenstunden, dem Zuckergehalt und der optimalen Verarbeitung abhängig. Es gilt auch, beim Brennen die beste Temperatur zu erwischen und die richtige Abtrennung aus Vor- und Mittellauf und Mittel- und Nachlauf zu verwenden. Und neben viel Geduld gehört auch immer ein bisschen Glück dazu…

Nur sauberes und nicht angefaultes Obst kann zum Schnapsbrennen verwendet werden, bei den Williamsbirnen entfernen wir sogar händisch jeden Stängel. Direkt nach der Ernte wird das Obst eingemaischt. Das zerkleinerte Obst, die Maische, kommt zusammen mit Gärspund und Hefe in ein Fass und wird 3-4 Wochen stehen gelassen. Jetzt wird der Fruchtzucker in Alkohol umgewandelt.  

Nachdem die Maische den richtigen Grad an Restzucker erreicht hat, brennen wir den Rohbrand. Dabei wird die Maische vom Alkohol getrennt, Aromastoffe und ätherische Öle bleiben erhalten. Nach dem Prinzip der Destillation wird die Maische zum Sieden gebracht, der Alkohol verdampft und wird durch Kühlung wieder flüssig. 

Beim zweiten Brennvorgang wird der Vorlauf, der Mittellauf und der Nachlauf getrennt. Jetzt entscheidet sich maßgebend die Qualität des zukünftigen Edelbrandes – es gilt, nach sensorischer Verkostung den Vorlauf vom Mittellauf und den Mittellauf vom Nachlauf zu trennen.  Der Mittellauf wird in Glasbottichen gelagert und ca. 1/2 bis zu 1 Jahr gereift. Anschließend wird er mit Wasser auf Trinkstärke verdünnt und der fertige Schnaps abgefüllt. 

Tradition & das Erhalten alter Obstsorten

Das Schnapsbrennen ist Teil unserer bäuerlichen Tradition und das Erhalten alter Obstsorten ist uns ein Anliegen. Mittlerweile entstehen über 10 sortenreine Edelbrände bei uns in der Schnapsbrennerei, worauf wir sehr stolz sind. Das Obst dafür stammt aus unseren eigenen Obstgärten. Wir besitzen ca. 1 ha Obstgarten, kultivieren alte Birnen- und Apfelsorten, aber natürlich auch Zwetschken, Kirschen und zB. Hollunder.

Wir experimentieren auch gerne und probieren Neues – so entstand vor einiger Zeit zum Beispiel ein „Holler-Gute Luise“ Edelbrand. Die Mischung zwischen Hollunder und der alten Birnensorte gibt ein tolles Aroma. Des Weiteren bieten wir seit zwei Jahren gebrannten Zirbenschnaps an, eine Spezialität, auf die wir nicht mehr verzichten möchten.

Maria Theresien Brennrecht​

Für uns gelten die Regeln der landwirtschaftlichen Abfindungsbrenner: Wir dürfen nur Grundstoffe aus eigener Produktion destillieren und an den Endkunden, also Ab Hof, und an die Gastronomie verkaufen. Schon unter Kaiserin Maria Theresia entstand ein Branntweingesetz, nach dem jeder Österreicher, der ein Stück Land mit Obstbäumen besaß, eine bestimmte Menge an Schnaps aus eben diesem Obst herstellen durfte. An „rechtschaffende, fleißige und ordentliche Bauern“ wurde dieses Brennrecht im 18. Jhdt. übergeben.

Der Vorteil dieser relativ liberalen Regelung der Schnapsbrennerei ist, dass das Streuobst nicht weggeworfen wird, sondern noch eine gute Verwendung findet. Zum anderen ist es aber auch ein Schutz der Kulturlandschaft. Kleine Gärten, die vielleicht nicht groß genug sind, um landwirtschaftlich gewinnbringend genutzt zu werden, bleiben so erhalten. So entstand auch unser Obstgarten und die Schnapsbrennerei, die wir noch für viele weitere Generationen erhalten möchten.

Heuer im Winter wird Roland den Kurs des Edelbrandsommeliers absolvieren, um nach und nach die Kunst des Schnapsbrennens zu erlernen. Die Schnapsbrennerei ist ein wichtiges Standbein für unseren Hof, das wir selbstverständlich fortführen und auch weiter ausbauen möchten. Falls ihr noch Fragen zu unserer Schnapsbrennerei oder unseren Edelbränden habt, lasst es uns gerne wissen.

Eure Fam. Pühringer

Carina & Roland Pühringer

Carina & Roland Pühringer

Carina & Roland betreiben ihren Hof in der dritten Generation. Sie haben sich auf die Zucht von Wagyu Rindern spezialisiert und stehen damit für einen bewussten Fleischkonsum – höchste Qualität, regional und möglichst nachhaltig. Des Weiteren produzieren sie Edelbrände mit dem Obst aus den hofeigenen Obstgärten. Im Elternhaus von Carina in Traunkirchen befindet sich die Fischzucht mit Wasser aus der hauseigenen Quelle.
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