Zibarte, Spilling & Co – die Kultur alter Steinobstsorten

DSC_0032

Nach zwei Jahren Totalausfall wegen Spätfrösten gab es heuer wieder eine halbwegs gute Ernte bei unseren alten Steinobstsorten. Schon seit dem Jahr 2000, also lange vor der Gründung des Naturparks Traunsee-Attersee (2012), wo erfreulicherweise die Erhaltung alter Steinobstsorten propagiert wird, haben wir mehrere alte Steinobstsorten gepflanzt. Aktuell können wir Edelbrände aus Zibarte, Gelber Spilling, Haferpflaume (Kriechen), Benjaminer Kirsche, Königlicher Amarelle, Kirschpflaume und Hauszwetschke herstellen.

Nur ganz kleine mengen

Mit Ausnahme von Hauszwetschke und Kirschpflaume können wir bisher nur sehr kleine Mengen, oft nur wenige Liter an Edelbränden erzeugen. Durch regelmäßige Nachpflanzungen dieser speziellen Sorten, hoffen wir auf eine etwas größere Ausbeute in der Zukunft.

Spilling, Haferpflaume, Kirschpflaume, Amarelle und Kirsche sind heuer bereits durch die Brennerei gegangen. Hauszwetschke und Zibarte werden in den nächsten Tagen in Hochgeistiges verwandelt. Die Produkte kommen nach entsprechender Reifezeit im Herbst nächsten Jahres in den Verkauf.

Die Brände aus den alten Steinobstsorten wurden bei der „Ab Hof“ in Wieselburg mit Bronze-, Silber- und Goldmedaillen prämiert, sofern wir eine ausreichende Menge für die Einreichung hatten.

Zibarte, Gelber Spilling & Haferpflaume

Die Zibarte ist eine uralte Pflaumenart und Kerne dieser Frucht wurden sogar in jungsteinzeitlichen Siedlungen gefunden. Der Edelbrand aus Zibarten ergibt einen ausgezeichneten Geschmack mit feinem Mandelton.

Der Gelbe Spilling ähnelt in Form und Größe einer kleinen Hauszwetschke, die Farbe ist jedoch leuchtend gelb. Der Spilling ist bereits römerzeitlich nachgewiesen. Das Aroma des Edelbrandes hat eine intensive Marzipannote.

Die Haferpflaume oder Kriechen-Pflaume (In der Steiermark Blaues Kriecherl), auf den folgenden Fotos zu sehen, wurde in Österreich in das Register der traditionellen Lebensmittel aufgenommen. Neben der Bearbeitung der Früchte wurde früher der Baum auch für die Herstellung von Baumgummi genutzt.

Die Königliche Amarelle

Die Weichselsorte Königliche Amarelle ist eine Sauerkirsche und unterscheidet sich dadurch von den Süßweichseln bzw. den Morellen. Die Amarelle liefert einen der intensivsten Edelbrände mit einem ausgeprägten sortentypischen Geschmack und einem eher zarten Steinton.

Kriecherl

Die Kirschpflaume oder Myrobalane, die vielerorts auch wild wächst und bei uns gerne als Kriecherl bezeichnet wird, gibt es in verschiedenen Farbvarianten von gelb über rot bis blauviolett. Die Frucht eignet sich neben der Herstellung von Edelbrand auch sehr gut für die Erzeugung von Nektar und Sirup durch Entsaften. Außerdem wird die Myrobalane in den Baumschulen als Unterlage für fast alle Pflaumen- und Zwetschkensorten verwendet.

Unser Augenmerk wird sich auch in den kommenden Jahren auf die Erhaltung und Nachpflanzung der alten und speziellen Steinobstsorten richten. Auch wenn die Gefährdung durch Spätfrost sehr häufig ein Thema sein wird, sind gerade die alten Sorten sehr widerstandsfähig gegen Schädlinge und Krankheiten, was unseren Totalverzicht auf chemischen Pflanzenschutz sehr erleichtert.

Wenn ihr noch Fragen zu unseren alten Steinobstsorten habt, lasst es uns gerne wissen.

Eure Fam. Hackmair

Fam. Hackmair - Wastlhof

Fam. Hackmair - Wastlhof

Helga und Josef erzeugen diverse Produkte aus der Obstverarbeitung. Von prämierten Edelbränden über Liköre, Spirituosen bis zu Obststäften und -most kann man bei ihnen alles erhalten. Außerdem bieten sie kommentierte Verkostungen am Hof, Hühner- & Wachteleier und saisonal auch Geflügel an.
Share on facebook
Share on twitter
Share on whatsapp
Share on email
Share on print

Schreibe einen Kommentar