Joghurt und Knuspermüsli

Wenn ich Lust auf Joghurt habe, schnappe ich mir eine leere Glasflasche oder einen lebensmittelechten Plastikkübel, ein paar Münzen und fahre nach Ohlsdorf zum Bauernhof der Familie Wimmer vulgo In der Hald in Irresberg.

Im Sommer kann man die Kühe meist schon von Weitem auf der Wiese grasen sehen und oft komm ich zufällig zur Stallzeit vorbei. Da kann ich dann die Kühe und Bäuerin beim Melken beobachten. Alles läuft ganz ruhig und entspannt ab. Ab und zu bin ich in den Genuss gekommen, ein wenige Tage altes Kälbchen begrüßen zu können und das Pferd vorm Stall streckt auch regelmäßig seinen Kopf in meine Richtung. Nehmt also unbedingt auch eure Kinder mit zum Milch holen. Es ist ein kleines Abenteuer 😉

Die Rohmilch

Wenn ich so vorm Milchautomaten steh und die frische Milch in mein Behältnis läuft, bin ich jedes Mal unsagbar dankbar dafür, dass wir hier in Ohlsdorf noch Rohmilch direkt vom Bauern angeboten bekommen. Und das sogar rund um die Uhr. Die 5 Damen (Kühe) am Hof der Wimmers und die Wimmers 😉 machen es möglich. Danke dafür!

Wenn ich also fertig bin mit staunen, Kühe beobachten, Bauern begrüßen und mein Behältnis voll ist, düse ich mit der wertvollen Ware nach Hause. Wertvoll dank der vielen Inhaltsstoffe. Genau genommen ALLER Inhaltsstoffe, die natürlicherweise in der Milch enthalten sind. Nicht wertvoll aufgrund des Preises, denn der beträgt gerade mal 1 Euro und dafür bekomme ich alles dazu, was von Natur aus in der Milch enthalten ist. Da kann sonst wohl keiner mithalten. 

Wie das Joghurt entsteht

Zuhause angekommen schnappe ich mir einen Topf in entsprechender Größe und gebe die Rohmilch hinein, erhitze die Milch auf 90 Grad, halte die 90 Grad für ca. 5 Minuten und rühre während des Aufheizens und Haltens stetig um. Nachdem die 5 Minuten vergangen sind, gebe ich die Milch in mein mit kaltem Wasser gefülltes Waschbecken und kühle sie rasch auf etwa 45 – 47 Grad runter.

Hat es die Temperatur erreicht, beimpfe ich meine Milch mit Joghurt – Milchssäurekulturen. Man braucht hierfür ganz wenig. Für 5 Liter Milch nehme ich 0,5 cm Kultur. Meist mach ich aber weniger. Eine Messerspitze Kultur ist hierfür ausreichend. (willst du auch Joghurt selber herstellen, aber nicht extra Kulturen kaufen, kannst du anstatt der Kultur auch ein fertiges Naturjoghurt verwenden. Du brauchst davon dann je nach Menge Milch ein paar Esslöffel Naturjoghurt mit 3,5% Fett).

Abfüllen in Gläser

Habe ich meine Milch beimpft, fülle ich sie sofort in Gläser ab. Diese spüle ich zuvor noch mit kochend heißem Wasser aus (Gläser müssen sehr sauber, vorgewärmt, feucht und verschlossen sein).

Dann dürfen die Gläser bei mir in einer Styroporbox zugedeckt mit einer Decke meist so zwischen 6 und 8 Stunden (über Nacht) ruhen. In dieser Zeit sollten die Gläser nicht mehr zu viel bewegt werden und die Temperatur sollte bei 40 – 45 Grad gehalten werden. Auf jeden Fall darf die Temperatur während der Bebrütungszeit nicht mehr ansteigen.

Das fertige Joghurt

Und so einfach habt ihr innerhalb kurzer Zeit euer selbstgemachtes Joghurt aus Rohmilch. Am nächsten Morgen schon oder nach der Ruhezeit kommt das Joghurt in den Kühlschrank und wartet darauf, von hungrigen Mäulern verzehrt zu werden.

Ich esse mein Joghurt am liebsten mit einem Kleks selbstgemachter Marmelade und ab und zu darf es auch mal ein leckeres Knuspermüsli sein. Da kommt bei uns nur noch das Bio–Knuspermüsli aus Dinkel von Karin und Paul Reisenberger vulgo Gütl Adam ins Haus. Wenn man da in die Backstube reinkommt, wenn sie gerade das Müsli (wie auch immer das genau funktioniert müsst ihr bei den Erzeugern nachfragen) mit der Restwärme der Backöfen herstellen… Ein Fest für meine SINNE. Aber das ist eine andere Geschichte (anderer Beitrag 😉 ).

Eure Christine

Christine & Florian Reisenberger

Christine & Florian Reisenberger

Christine und Florian arbeiten beide am elterlichen Betrieb mit, Christine Teilzeit und Florian Vollzeit. Der bäuerliche Familienbetrieb ist seit Generationen gewachsen und in der heutigen Form ein sehr innovativer Schweinemastbetrieb mit Direktvermarktung. Sie haben sich zum Ziel gesetzt, für ihre Kunden die Produktion von Schweinefleisch bis zum fertigen Lebensmittel transparent darzustellen.
Share on facebook
Share on twitter
Share on whatsapp
Share on email
Share on print

Schreibe einen Kommentar